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Hat die Reiterliche Vereinigung wirklich lehren aus den Dopingvorfällen gezogen?
Dieser Eintrag stammt von Thomas Gross Am 28.9.2009 @ 14:05 In Blogroll | Keine Kommentare
Das war von der FN zu hören:
FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau begrüßte, dass die eingeleiteten Maßnahmen des Verbandes und die Empfehlungen der DOSB-Kommission weitgehend übereinstimmen: „Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Zu den zusätzlichen Empfehlungen sagte er: „Die vorgeschlagene Null-Toleranz-Lösung kommt unserer Vorstellung von gesunden und un manipulierten Pferden im Wettkampf entgegen.
Folgende geplante Maßnahmen hat die FN vorgelegt:
Einführung eines Anti-Doping-Codes-Pferd basierend auf dem NADA-Rechtssystem
Verschärfung des Strafrahmens bei Dopingverstößen
Verschärfung der Kader- und Championatsbestimmungen
Einführung einer Schiedsvereinbarung für Spitzenreiter
Unterwerfung der Tierärzte unter Regelwerk und Rechtssystem
Automatische Sperre von Pferden bei Dopingverstößen
Einführung von Trainingskontrollen für Kaderpferde
Einführung eines Stallbuches für Kaderpferde
Verbesserung nationaler Wettkampfkontrollen durch Schaffung von Kontrollteams
Erhöhung der Zahl nationaler Wettkampfkontrollen
Ausbau des Schulungsprogramms zur Dopingprävention
Änderung der Zuständigkeit bei Kaderausschluss aus nichtsportlichen Gründen: bisher DOKR-Disziplinausschuss, zukünftig DOKR-Vorstand
Folgende ergänzende Maßnahmen hat die Kommision, des Deutschen Olympischen Sportbundes vorgeschlagen:
Grundsätzlicher Erhalt der Null-Toleranz-Lösung, das heißt, im Wettkampf muss das Pferd frei von Substanzen sein.
Einführung von Wirksamkeitsgrenzen für ausgesuchte Substanzen. Dies ist mit einem hohen Forschungsaufwand verbunden und deshalb nur schrittweise umzusetzen.
Möglichkeit zur Durchführung von turniernahen Schnelltests auf zu listende Stoffe in akkreditierten und zertifizierten Analyselaboratorien.
Einführung einer FN-Abteilung „Sicherheit und Ordnung“, die neben den Trainingskontrollen auch die gesamte Ermittlungstätigkeit im Doping-, Manipulations- und Ordnungsbereich übernehmen soll.
Diese gemachten Vorschläge und Planungen hören sich sehr vernünftig an.
Folgende Frage stellen sich aber:
Wie wird dies praktisch umgesetzt?
Mit welchem bürokratischen Aufwand muss gerechnet werden?
Wer soll diesen Aufwand bezahlen?
Wenn die Kosten steigen, dann müssen auch die finanziellen Anreize steigen. Erhöht sich der Druck dann nicht insgesamt?
Welche Amoralität muss in diesem Bereich herrschen, wenn diese Art der Bürokratisierung notwendig ist?
Hat den der Großteil der Profireiter keinen Bezug mehr zu richtigen Verhalten und falschem Verhalten?
Gibt es denn gar keinen Ehrencode mehr, an den sich Reiter und Pferdebesitzer, aus einem natürlichen Schamgefühl heraus halten?
Müsste man nicht auch in den Bereich der Vermittlung, der ethischen Grundlagen im Pferdesport investieren?
Wie kann man Reiter auszeichnen, die sich ethisch korrekt verhalten, auch wenn es den sportlichen Erfolg kostet?
Müsste man nicht viel mehr auf Art und Umfang von Trainingsmethoden achten und falsche bzw. Unethische Methoden zu sanktionieren?
Diese Liste könnte man noch weiter fortsetzen. Aber es ist notwendig darüber nachzudenken. Denn wenn sich die Mehrheit der Reiter einem moralisch und ethisch einwandfreien Reiten verpflichtet fühlen würden, hätten wir diese Situation heute nicht.
Thomas Gross
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